23 | 02 | 2012

Selbsthilfegruppe: Meldet sich zu Wort zu Rücktritt von Christina von Lohr

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Im Falle von „Mobbing“ muss ehemalige Beigeordnete unterstützt werden

Die Leiterin der neu gegründeten Selbsthilfegruppe Karin Hurrle, die sich seit geraumer Zeit intensiv mit dem Thema „Mobbing“ befasst, hat sich nun zu Wort gemeldet. Anlass sei der Rücktritt der 2. Beigeordneten der Gemeinde Haßloch, Christina von Lohr. Wenn man dem Zeitungsbericht der RHEINPFALZ vom 18. Januar 2012 Glauben schenke, so gehe der Rücktritt „In Richtung Mobbing“. Genau dies wolle die Selbsthilfegruppe nun zum Anlass nehmen, um die Bevölkerung dafür zu gewinnen, dass sich „Mobbing“ nicht in rasanten Schritten in unserer Gesellschaft  weiter entwickele, schon gar nicht in der Politik.

Genau zwei Jahre sei es her, als erstmals die Forderung der FWG öffentlich laut geworden sei, dass Christina von Lohr als 2. Beigeordnete zurücktreten soll. Die Begründung sah die FWG seinerzeit im Koalitionsbruch der HLL mit CDU und FWG. Nun habe von Lohr wohl dem politischen Druck nachgeben müssen, was die Leiterin der Selbsthilfegruppe mehr als bedauerlich bezeichnet. Die Aussage von von Lohr, sie habe sich in den letzten zwei Jahren gequält, lasse bei verschiedenen Teilnehmern der Selbsthilfegruppe alle Alarmglocken läuten. Bezeichnend sei auch ihre Äußerung, dass sie in nichtöffentlichen Sitzungen „persönlichen Angriffen“ ausgesetzt gewesen sei. Genau dies sei die Vorgehensweise von „Mobbern“, sagte Karin Hurrle, die diese Schilderungen von vielen anderen Vorfällen kennt. Ein systematisches Ausgrenzen sei ebenfalls ein typisches Verhalten von „Mobbern“, um Menschen ihr Selbstwertgefühl zu nehmen. Am Ende bleibe dann nur noch die Isolation von der Gruppe, was für den Betroffenen nur noch Kapitulation heißen kann, um die eigene  Gesundheit nicht zu gefährden.

Karin Hurrle sagte, dass der Fall „Christina von Lohr“ kein Einzelfall sei. Gerade in der Politik gehe man oft über Leichen, um seine eigene Macht zu erhalten. Oft sei es auch so, dass Personen mit Führungsschwächen „Mobbing“ an anderen ausüben, um ihre eigenen Unfähigkeiten zu überdecken. Gute Arbeit der anderen würde daher meist als störend empfunden und im engen Umfeld  nicht geduldet. Meist schrecken Menschen die „Mobbing“ ausüben auch nicht davor zurück, andere Menschen zu beschädigen, der Lächerlichkeit Preis zu geben oder zu diskriminieren. Der Fall „von Lohr“ habe viele aufgeschreckt, wie „gnadenlos“ es doch  in der Politik zugeht. Gleichzeitig würden sich auch viele junge Menschen mittlerweile die Frage stellen, ob sie solche Ämter überhaupt noch anstreben sollen.

Seit Gründung der Selbsthilfegruppe in Haßloch hätten sich bereits unzählige Menschen gemeldet, die durch „Mobbing“ betroffen sind, berichtete Karin Hurrle, die einen großen Handlungsbedarf, insbesondere auch bei jüngeren Personen sieht. Ein Fall sei bereits mit einem Jugendsender vom Südwestfunk aufgenommen worden, der im März ausgestrahlt würde, sagte sie. Für das Thema „Mobbing“ müsse man nicht nur alle gesellschaftlich relevanten Schichten sensibilisieren, sondern dieses Thema sei mehr als überfällig, womit sich auch die Politik dringend auseinandersetzen müsse. (red.)


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