Wolf Schneider – Sprachkritiker und Sprachlehrer war Leiter der Nachrichtenredaktion der Süddeutschen Zeitung
- Details
- Veröffentlicht am Samstag, 02. Januar 2010 14:21
Kommentar gegen chilenischen Diktator Pinochet kostete ihm seinen Job – Rechtschreibreform: nachteilig und unsinnig
Am vorletzten Mittwoch war der 83jährige Wolf Schneider Gast im Studio von SWR 1 in Mannheim-Ludwigshafen. Über sein bewegtes und interessantes Leben berichtete der Sprachlehrer und Kritiker der Rechtschreibreform sehr lebendig. Er steht auch heute noch aktiv im Leben. Er schrieb u.a. 28 Sachbücher, darunter Standardwerke wie „Deutsch fürs Leben. Was die Schule zu lehren vergaß“ und vieles mehr. Wolf Schneider, geboren am 7.02.1925 in Erfurt ist deutscher Journalist, Sprachkritiker und Sachbuchautor. Aufgewachsen ist er in Berlin. Seinen Wehrdienst leistete er bei der Luftwaffe. Er arbeitete nach Kriegsende zunächst als Dolmetscher bei der US-Armee, danach ab 1947 als Volontär bei der Münchner Neuen Zeitung, einer Zeitung der US-amerikanischen Militärregierung, später dann als Redakteur.
Wolf Schneider war ab 1950 sechs Jahre lang Korrespondent der Nachrichtenagentur AP, danach Leiter der Nachrichtenredaktion und Waschington-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung. Im Jahre 1966 wurde er Chef vom Dienst beim Magazin Stern, 1969 dort Verlagsleiter. 1971 wechselte er zur Axel-Springer AG, um das Nachrichtenmagazin „Dialog“ aufzubauen, 1973 wurde er Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“
Wolf Schneider, der einen kritischen Kommentar gegen den chilenischen Diktator Pinochet absegnete und als Chefredakteur erscheinen ließ, musste deshalb seinen Hut nehmen und wurde abgelöst. 1979 wurde Schneider beim Springer-Verlag zum Leiter der damals neu gegründeten Hamburger Journalistenschule berufen. An dieser Ausbildungsstätte für Journalisten stand Wolf Schneider bis 1995 an der Spitze, wo er den Ruf einer elitären Schule und seinen eigenen Namen als Sprachlehrer und –kritiker prägte.
Seit 1995 und auch heute noch hält Wolf Schneider Sprachseminare für Presse und Wirtschaft, außerdem ist er Ausbilder an Journalistenschulen. Er schrieb 28 Sachbücher, eines davon ist „Das neue Handbuch des Journalismus“ gemeinsam mit Paul-Josef-Raue. Auch gilt Schneider als Sprachkritiker der Rechtschreibreform.
Bereits 1994 wies er auf die Nachteile und Unsinnigkeiten der Rechtschreibreform hin. Im Herbst 2005 gründete er zusammen mit den Vorsitzenden des Vereins Deutsche Sprache, Walter Krämer und Josef Kraus, dem Präsidenten des Deutschen Lehrverbandes (DL) die Aktion „Lebendiges Deutsch“.












