| Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann wird am 1. August 50 Jahre alt |
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| SPEYER | |||
| Dienstag, den 27. Juli 2010 um 07:25 Uhr | |||
Die Freude am Glauben stärken - Glückwünsche können am 15. August nachgeholt werden
Den Menschen nahe sein: In den zurückliegenden zweieinhalb Jahren hat er alle 24 Pfarrverbände der Diözese besucht; zurzeit nutzt er die turnusmäßigen Visitationen, um die einzelnen Pfarreien kennenzulernen. Er traf sich mit den Bundestagsabgeordneten der Region, sprach mit Unternehmensleitungen und Gewerkschaftern, stellte sich bei Redaktionsbesuchen den Fragen der Journalisten. Er drückte auf dem Betzenberg dem FCK die Daumen und er lässt sich vom Chorverband der Pfalz ebenso einladen wie von der Rudergesellschaft Speyer oder dem Frankenthaler Carneval Verein. Seine Herzlichkeit, sein unkompliziertes Zugehen auf die Menschen, seine Musikleidenschaft (in seinem Bischofswappen findet sich eine Harfe), seine Fähigkeit zu begeistern, seine Art zu predigen - der Bischof aus Westfalen kommt an im Bistum Speyer. Das macht es ihm leichter, die Aufgaben und Herausforderungen anzugehen, die sich beispielsweise aus der zurückgehenden Zahl der Kirchenmitglieder, dem Mangel an Seelsorgepersonal und sinkenden Kirchensteuereinnahmen ergeben. Als ihn in diesen Tagen die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) in einem Interview fragte, wie groß denn in einer von vielen Problemen und Skandalen geprägten Zeit die Freude Bischof zu sein sei, antwortete er: „Die Freude speist sich aus dem Glauben.“ Auch Krisen könne man nur bewältigen, wenn man sie als geistliche Herausforderung sehe. Dazu gehört für ihn auch, sich der Kritik zu stellen, mit der die Kirche etwa im Hinblick auf den Pädophilieskandal konfrontiert wird. „Wir brauchen Transparenz. Ich verstehe, dass Menschen enttäuscht oder besorgt sind, wenn eine Werte verkörpernde Institution wie die Kirche an einigen Stellen deutliche Probleme offenbart“, bekennt er. Doch zeige sich am Beispiel Pädophilie: „Wenn wir gradlinig unsere Schwierigkeiten lösen, können wir einen Beitrag dazu leisten, tiefer gehend und gesamtgesellschaftlich Veränderungen zu bewirken.“ Insgesamt sieht Bischof Wiesemann die jetzige Generation von Bischöfen in einem tief greifenden Umbruch. „Unsere Vorgänger-Generation konnte noch vieles aufbauen, wir müssen den Umbau bewerkstelligen. Wir müssen sehen, was wir uns quantitativ leisten können, um qualitativ präsent zu sein“, erklärt er in dem Interview. Dieser Umbau sei mit Abschied und Trauerarbeit verbunden. Aber letztlich sei auch diese Aufgabe eine geistliche Herausforderung. Vor notwendigen Konsequenzen aus der Umbruchsituation scheut sich Bischof Wiesemann nicht. Unter dem Leitwort „Gemeindepastoral 2015“ hat er vor einem Jahr einen breiten Diskussions- und Konsultationsprozess in Gang gesetzt, der das Gesicht des Bistums grundlegend verändern wird. So sollen etwa aus zurzeit 346 Pfarrgemeinden, die in 123 Pfarreiengemeinschaften zusammengefasst sind, bis 2015 rund 60 neue Pfarreien hervorgehen. Der Bischof weiß, dass es Volkskirche im herkömmlichen Sinn nicht mehr geben wird. Kirche bleibe jedoch in seinen Augen Volkskirche in dem Sinn, dass sie auf das Volk, auf die Welt bezogen ist und sich nicht hinter die eigenen Mauern zurückziehen darf. Darauf bezieht sich auch das ökumenische Engagement Bischof Wiesemanns – er ist Mitglied der Ökumenekommission der Bischofskonferenz und stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland. „Unsere Zeit braucht die Christen und zwar möglichst in gemeinsamer Zeugniskraft als ‚Salz der Erde’ und als ‚Licht der Welt’“, so die Überzeugung des Bischofs. Herausgehobene Lebensstationen
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