13 | 11 | 2019

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Kopf-an-Kopf-Rennen beim Pfalzpreis für Geschichte

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Neben zwei Hauptpreis- vier Nachwuchspareis-Nominierungen
 
Die achtköpfige Jury für den Pfalzpreis für pfälzische Geschichte und Volkskunde des Bezirksverbands Pfalz hat seine Wahl getroffen: Unter gut 20 Historikern, Hobby- und Nachwuchsforschern kamen zwei profunde Werke für den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis und vier Arbeiten für den Nachwuchspreis (2.500 Euro) für eine Nominierung in Betracht. In der Kategorie „Pfalzpreis“ beeindruckten Dr. Dominik Schindlers Dissertation über die bislang kaum untersuchte Speyerer Amtszeit von Bischof Michael Faulhaber sowie die akribisch von einem Redaktionsteam erarbeitete Dorfchronik von Tiefenthal im Landkreis Bad Dürkheim; der kaum 1.000 Seelen zählende Ort feierte 2018 sein 700-jähriges Bestehen. Für den Nachwuchspreis nominierte die Jury die Masterarbeiten von Miriam Breß (Johannes Gutenberg-Universität Mainz), einer Gruppe von zehn Kulturanthropologie-Studierenden der Universität Mainz, Regina Maria Molitor (Universität Mainz) und Lennart Schönemann (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau). Insgesamt lagen der Jury je fünf Bewerbungen für den Pfalzpreis und den Nachwuchspreis vor. Die Nominierten werden bei der Pfalzpreis-Gala am Sonntag, 17. November, um 18 Uhr im Pfalztheater Kaiserslautern anhand von Präsentationen und Filmporträts vorgestellt, anschließend erfolgt die Bekanntgabe der Preisträger. Diejenigen, die nicht zum Zug kommen, erhalten einen Anerkennungspreis von 500 beziehungsweise 200 Euro. Der Eintritt zur Gala ist frei (Einlass ab 17.30 Uhr, freie Platzwahl).
 
„Der Kairos im Chronos der Geschichtlichkeit. Michael Faulhaber als Bischof von Speyer (1911-1917)“ ist der Titel von Schindlers 670-seitigem Buch, das sich auf eine beindruckend große Zahl an Quellen stützt und wissenschaftlich mustergültig Kirchengeschichte und Theologie miteinander verknüpft. Es leistet einen wichtigen Beitrag zum besseren sozialgeschichtlichen Verständnis des pfälzischen Katholizismus im späten Kaiserreich. Die Tiefenthaler Ortschronik zum Lesen und Hören präsentiert sich als fruchtbares Gemeinschaftsprojekt von Historikern, Archivaren und engagierten Bürgern. Sie kombiniert – wissenschaftlich fundiert – die reiche Lokalgeschichte von der Jungsteinzeit bis zur Gegenwart mit der einfühlsamen Schilderung der Alltagskultur bis in die jüngste Vergangenheit. Das 586-seitige Werk mit CD hat, so die Einschätzung der Jury, durchaus Vorbildcharakter für künftige Pfälzer Chroniken.
 
Miriam Breß untersucht in ihrer mit zahlreichen Quellen belegten Arbeit „In Schutzhaft im ,frühen‘ Konzentrationslager Neustadt an der Haardt“ die im März/April 1933 mehr als 450 inhaftierten Personen und zeichnet so ein umfassendes Bild der Geschichte und Funktion des Lagers, wobei sie den Einzelschicksalen ein besonderes Augenmerk schenkt. Die inhaltlich wie sprachlich hervorragende und methodisch schlüssige Untersuchung kann künftig als Grundlage für Untersuchungen zum Themenkomplex der ,frühen‘ Konzentrationslager herangezogen werden. Das Masterprojekt „(Re)Konstruktion lokaler und regionaler Zugehörigkeiten in der Metropolregion Rhein-Neckar“ und die daraus entstandene Publikation „Volkskunde in Rheinland-Pfalz 2018/33,1 (Themenschwerpunkt: Ethnografische Erkundungen in der Metropolregion Rhein-Neckar)“ betrachtet regionale Identitäten in Theorie und Praxis: An 19 Orten, darunter Maikammer und Ludwigshafen, hat die Forschergruppe 32 Einwohner nach ihren Biographien, Erfahrungen sowie Eindrücken zur Metropolregion befragt und aus dem Material acht wissenschaftliche, lebendig zu lesende Texte geliefert.
 
Im Mittelpunkt von Regina Maria Molitors Studie „Die frühlatènezeitlichen Bronzefunde aus Laumersheim im Landkreis Bad Dürkheim“ steht ein Ensemble kostbarer, jedoch nur fragmentarisch erhalten gebliebener Grabbeigaben, die 1938 unsachgemäß geborgen wurden. Unter anderem durch den Rückgriff auf metallurgische Untersuchungen und Röntgenanalysen kommt sie zu neuen Erkenntnissen und widerlegt ältere Rekonstruktionsansätze, wodurch sie eine schmerzliche Forschungslücke schließt. Lennart Schönemanns Arbeit „Die Außenbefestigung des spätrömischen burgus von Eisenberg (Pfalz)“ leistet erstmals eine ausführliche archäologisch-historische Dokumentation der von 2015 bis 2017 dauernden Grabungen am spätrömischen Kleinkastell. Die Arbeit zeichnet sich durch eingehende Kenntnis des Fundmaterials aus, bezieht die aktuelle Forschungsdebatte ein und macht der Fachwelt – nicht zuletzt aufgrund präziser Kartierung – zeitnah die Ergebnisse der Eisenberger Grabung zugänglich. Der achtköpfigen Fachjury gehörten neben dem Bezirkstagsvorsitzenden Theo Wieder, der ohne Stimmrecht die Sitzung moderierte, Prof. Dr. Hans Ammerich, Dr. Charlotte Glück, Dr. Ulrich Himmelmann, Dr. Christian Könne, Stefan Schaupp, Dr. Dieter Schiffmann und Werner Schineller an. (red.)
 
Bildunterschrift:
Die Pfalzpreisträger für Geschichte 2017 beschäftigten sich mit der Rolle der evangelischen Kirche der Pfalz im Nationalsozialismus: das Herausgeberteam Frank-Matthias Hofmann, Dr. Klaus Bümlein, Dr. Christoph Picker und Dr. Gabriele Stüber (von links)
 
(Foto: Reiner Voss, Agentur view)
 

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