12 | 07 | 2020

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Nach neuen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zum Einsatz von Schutzmasken:

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Kritik von Pflegekräfgten in Kliniken: Masken sollen bei Lieferengpässen wiederverwendet werden
 
Mainz. Das Robert-Koch-Institut hat Mitte März neue Empfehlungen herausgegeben zum sog. „ressourcenschonenden Einsatz von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken“ in Kliniken. In diesem Zusammenhang spricht das RKI von Lieferengpässen bei solchen Masken und empfiehlt, diese im Notfall wiederzuverwenden. Pflegekräfte aus mehreren Bundesländern haben gegenüber dem SWR angesichts dieser Empfehlung mit Kritik und Empörung reagiert. Die Pflegekräfte, deren Identität dem SWR bekannt ist, sagten wörtlich: „Es macht mich wütend. Es wird jetzt von uns erwartet, dass wir im Zweifelsfall in diese kontaminierten Bereiche reingehen, und im Zweifelsfall mein eigenes Leben gefährde. Dazu kann ich nur sagen, ein Feuerwehrmann wird niemals in ein brennendes Haus gehen ohne Schutzkleidung. Von uns wird es aber erwartet.“
„Diese Empfehlung widerspricht total den Hygiene-Empfehlungen. Da geht es um Schutzmaßnahmen in Isolierbereichen, da ist nichts von Wiederverwendbarkeit von Masken und Kompromissen, wie man sie jetzt hier macht. So wird man doch Keime von Corona-Patienten auf Nicht-Corona-Patienten verschleppen".
 
Andere Pflegekräfte auch aus dem Intensivpflegebereich haben sich inzwischen in einer geschlossenen Facebook-Gruppe organisiert. Dort schreibt zum Beispiel eine Pflegerin aus Berlin: „Wir haben bereits jetzt kein ausreichendes Isomaterial. Die wenigen Masken und Desinfektionsmittel, die wir hatten, wurden geklaut. Es fehlt teilweise auch schon an anderem Material wie z.B. Spritzen. Sie weisen uns an, die Masken den ganzen Dienst zu tragen (es ist Einmalmaterial), außerdem genüge FFP2 anstatt FFP3. Ich habe Kollegen, die haben keine Masken für die Betreuung offener TBC. Wenn man sich anschaut, wie die anderen Länder ihr Personal schützen, erscheint dies, wie ein Schlag ins Gesicht“.
 
Bei den sogenannten FFP-3-Masken handelt es sich um eine spezielle Schutzausrüstung, die in Verbindung mit einem Kunststoffschutzschild verhindert, dass Patienten Viren etwa auf Ärzte und Pflegekräfte übertragen. Dabei handelt es sich um Einmalartikel, die nach der Verwendung entsorgt werden müssen, so sehen es allgemeine Hygiene-Richtlinien vor.
 
Auch der Kieler Sachverständige für das Gesundheitswesen, Christian Kühn, sieht eine Wiederverwendung solcher Spezialmasken gerade in kontaminierten Klinikbereichen kritisch: „Wenn wir diese Masken ständig weiterverwenden, dann bieten sie natürlich keinen Schutz mehr. Und das ist nicht Sinn und Zweck dieser Geschichte. Selbstverständlich – wenn die Kliniken nichts mehr haben, dann ist das auf jeden Fall besser als nichts. Aber - man kann nicht sicher sein, dass man wirklich einen Schutz hat, wenn man diese Maske trägt“.
 
Aus dem Bereich der Landeskrankenhausgesellschaften hat der SWR inzwischen erfahren, dass in den kommenden Wochen diese Schutzmasken knapp werden. Das Robert-Koch-Institut hat auf Nachfrage darauf hingewiesen, dass es sich nur um eine Empfehlung handele und diese natürlich nicht den Operationsbereich umfasse. (red.)
 
 
 

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