23 | 09 | 2019

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Berlin: „Reporter ohne Grenzen“ feiern 20jähriges Jubiläum

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Forderung von ARD-Tagesthemen-Sprecher Thomas Roth: „Medien müssen 4. Gewalt in unserem Rechtsstaat bleiben“

von Karin Hurrle

 

 

 

 

 

 

 

Der Weg von Nachrichten Regional zum 20jährigen Jubiläum von Reporter ohne Grenzen (ROG) am vergangenen Donnerstag nach Berlin hat sich gelohnt. In fachkompetenten Vorträgen, u.a. von ARD-Tagesthemen-Sprecher Thomas Roth klang immer wieder durch, wie wichtig die Presse- und Meinungsfreiheit ist. Roths Appell richtete sich auch an unseren deutschen Rechtsstaat. Seine Forderung: Außer Legislative, Exekutive und Judikative „müssen die Medien die 4. Gewalt bleiben“. Dafür müsste sich gerade ROG immer wieder aufs Neue einsetzen. Auch Christophe Deloire, Generalsekretär von Reporters sans frontière International, Paris, erinnerte an die Anfänge des Engagements des Vereins. Der Tod des deutschen Reporters Egon Scotland im jugoslawischen Bürgerkrieg habe der Öffentlichkeit die Gefahren für Kriegsreporter vor Augen gehalten. Die Zeit sei deshalb reif für eine deutsche Sektion der 1985 in Frankreich gegründeten Organisation Reporters sans frontières gewesen, die ihre Aktivitäten internationalisieren wollten.

Die Gründung von Reporter ohne Grenzen sei ein menschliches Abenteuer gewesen, berichtete Gründungsmitglied und Vorsitzender Michael Rediske, der an den Aufruf der Berliner Tageszeitung taz am 3. Mai 1994 erinnerte. Am 18. Juni hätten sich daraufhin im taz-Konferenzraum 40 Journalisten zur Gründungsversammlung zusammengefunden. Der erste ROG-Vorstand mit Andreas Artmann, Gemma Pörzgen und Michael Rediske hat danach mit der Aufbauarbeit des Vereins begonnen. Der Völkermord in Ruanda im Jahre 1994 habe zur ersten internationalen Aktion geführt. Reporter sans frontière (RSF) habe mit dem UN-Flüchtlingswerk einen Radiosender für geflohene  ruandische Hutu im benachbarten Kongo organisiert. Im Wechsel mit französischen Kollegen leitete Michael Rediske einen Monat lang die Redaktion von Radio Gatashya, berichtete Christophe Deloire weiter.

Thomas Roth erinnerte in seinem Grußwort auch an viele Journalisten, die in Kriegsgebieten ihr Leben lassen mussten. Er ermahnte aber die Verantwortlichen, nicht nur auf islamische und arabische Länder zu schauen, sondern den Fokus auch auf unseren eigenen Rechtsstaat zu richten. „Es gibt keine Freiheit ohne Pressefreiheit“, sagt er. Mittlerweile kämpfe ROG nicht nur gegen die Einschüchterung von Journalisten, sondern ROG sei zu einer Menschenrechtsorganisation herangewachsen. Mit den NSA-Überwachungen und die daraus entstandenen Entwicklungen habe gerade wegen der neuen Medien eine andere Qualität der Berichterstattung begonnen. „Rechtsbrüche von Edward Snowden sind das Eine, Ermittlungen und Aufklärung jedoch das Andere“, gibt er zu bedenken. Er selbst halte die Aufklärung von Snowden für richtig, denn es sei ein Stück Freiheit und Demokratie. Es zeuge von besonderem Mut, wenn durch solche Recherchen Aufklärung betrieben werde. Es sei daher der Zeitpunkt gekommen, solche Entwicklungen im Auge zu behalten. Sein Appell ging an die Politik, die zumindest darüber nachzudenken sollten. Seinen Dank richtete er an ROG für die 20 Jahre, „ich glaube, wir brauchen sie noch viele Jahre“.

In einem weiteren Programmpunkt ging Britta Hilbert, ZDF-Studioleiterin von Brandenburg noch einmal beim ausführlichen Gespräch mit dem Gründungsmitglied und Vorstandssprecher Michael Rediske auf die Anfänge seines Engagments ein und was die Beweggründe waren, Reporter ohne Grenzen zu gründen.
Moderatorin und Vorstandsmitglied Astrid Frohloff führte gekonnt durch den Abend. Als Gäste hatte sie die beiden Journalisten, die im Exil lebten,  Emin Milli (Aserbaidschan) und Meera Jamal (Pakistan) eingeladen, die über die schwierige Lage der Medien in ihren Ländern berichteten.

Die auf dem Programm gestandene Videobotschaft von Edward Snowden, die an diesem Abend hätte übertragen werden sollen, wurde aus aktuellem Anlass von seinem Rechtsanwalt kurzfristig abgesagt. ROG-Vorstandsmitglied Matthias Spielkamp, der diesen Rückzug kommentierte sagte: „Es ist Ironie des Schicksals und die Mutlosigkeit der eigenen Regierung, dass gerade dieser Videobeitrag von Edward Snowden abgesagt worden ist. Wir haben es nicht nur mit Überwachungen der NSA zu tun, wir sollten uns an die eigene Nase fassen“.

Im Anschluss an das Programm entspann sich mit den Teilnehmern eine rege Diskussion. Der Abend wurde musikalisch umrahmt von „FRAU CONTRA BASS“ Katharina Debus und Hanns Höhn, der bei einem gemütlichen Imbiss mit den Gästen in der Akademie der Künste in Berlin ausklang.


 

 

 

 

 

 

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