23 | 09 | 2019

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Treffen zum 75. Gedenken an Wilhelm Kreutz auf dem Friedhof Berghausen

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Heute, 24. April um 17.30 Uhr Blumenniederlegung zur Erinnerung an Kriegsverbrechen und politische "Schauprozesse"
 
Heute jährt sich die Verhaftung von Wilhelm Kreutz zum 75. mal. Wilhelm Kreutz war ein Mitglied der Speyerer Kameradschaft, die durch Verrat im März 1944 von den Nazis entdeckt, die Mitglieder nach und nach verhaftet, in Schauprozessen vom Volksgerichtshof im Februar 1945 abgeurteilt und zum Großteil ermordet wurden. Am 22. April 1944 – also vor 75 Jahren – wurde Wilhelm Kreutz von der Gestapo verhaftet und in den Tagen nach dem 24. April 1945, also ca. 2 Wochen vor Kriegsende, von der SS im Nordwesten von Berlin ermordet. Das „Verbrechen“ das ihm zur Last gelegt wurde war, dass er die mittellose Familie von Ernst Thälmann zwei Mal im Jahr mit 15 bis 30 Reichsmark finanziell unterstützt hatte. Ein weiteres "Verbrechen" nach Ansicht der SS sei gewesen, zusammen mit weiteren Mitgliedern der Speyerer Kameradschaft „Feindsender“ gehört und diese Informationen diskutiert und weitergegeben zu haben. Das hat uns das Römerberger SPD-Mitglied Herbert Kälberer in einer Presseerklärung mitgeteilt.
 
Die SPD Römerberg hat aus diesem Anlass auf den Friedhof in Berghausen eingeladen, um zusammen mit der Familie von Wilhelm Kreutz am Mittwoch, den 24. April um 17:30 Uhr an dieses Kriegsverbrechen zu erinnern und eine Blumenschale an der Gedenktafel niederzulegen. Alle Interessierten sowie Bürgerinnen und Bürger sind dazu eingeladen, Wilhelm Kreutz auf dem Friedhof in Berghausen zu gedenken.
 
Wilhelm Kreutz ist für Herbert Kälberer, SPD Römerberg, ein Beispiel von Menschlichkeit und Solidarität „im kleinen“ in unserer Region. Es zeige, dass es auch in den dunkelsten Zeiten unserer jüngeren Geschichte Zusammenhalt und Freundschaft gab. Allerdings findet sich die Geschichte von Wilhelm Kreutz und den Mitstreitern der Speyerer Kameradschaft in keinem Geschichtsbuch in unseren Schulen, was Kälberer persönlich sehr schade findet.  Wo sich seine sterblichen Überreste befinden, sei bis heute nicht geklärt. "Die SS-Nazischergen wurden deswegen nie befragt und auch nicht belangt. Über den eingeschleusten Verräter Herbert Lübbers Verbleib nach dem Internierungslager (nach Kriegsende) im Nachkriegsdeutschland ist ebenfalls nichts bekannt. Er und die SS-Wachmannschaft, die Wilhelm Kreutz „liquidiert“ haben, wurden nie für ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen", erklärt Kälberer. Der Gestapo V-Mann Alfons Pannek sei 1949 vom Landgericht Hamburg zu zwölf Jahren Gefängnisstrafe verurteilt worden, das Urteil sei jedoch aus formalen Gründen nicht rechtskräftig geworden. Im Oktober 1951 stellte das Landgericht Hamburg das Verfahren mit der Begründung ein, er habe nicht gegen deutsche Strafgesetze verstoßen, sondern nur strafbare Handlungen zur Anzeige gebracht und  bei der „Wiederergreifung als entflohener Häftlinge“ mitgewirkt.
 
Die Familie von Wilhelm Kreutz dagegen lebte in den Nachkriegsjahren in Armut und musste auch noch in den Anfangsjahren der Bundesrepublik unter dem Verlust des Ehemannes und Vaters leiden. In Wikipedia wurde von Herbert Kälberer eine Seite über Wilhelm Kreutz angelegt. Für den "Kopf" der Speyerer Kameradschaft (und guten Freund von Wilhelm Kreutz), Jakob Schultheis wurde am 11. Mai 2018 vor dem Haus im Lenhart 35, 67346 Speyer, ein Stolperstein verlegt. (red.)
 
 

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