Erinnerung an den Tod einer Autorin und Jugendrichterin

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Kategorie: WISSENSWERTES
Veröffentlicht am Freitag, 16. November 2012 11:31

Autor Dr. Dierk Helmken über Kirsten Heisig

Es ist wieder an der Zeit, an die Werke des ehemaligen Jugendrichters Dr. Dierk Helmken zu erinnern. Über die ehemalige in Berlin lebende Jugendrichterin Kirsten Heisig findet er viele Worte. Ihr Tod bleibt bis heute ein Rätsel. Kirsten Heisig ist am 28.6.2010 im Alter von nur 49 Jahren aus dem Leben geschieden. Die viertätige polizeiliche Suche nach der zunächst als vermisst Gemeldete habe bereits am 1.7.2010 Spekulationen aufkommen lassen, dass es sich um einen Rachemord an der Juristin gehandelt habe, worüber bundesweit in Bild, BZ, Focus, SZ etc. berichtet wurde. Als sie dann endlich am 3.7.2010 aufgefunden worden sei, habe es kein Printmedium in Deutschland gegeben, das diese Sensation nicht verbreitet hätte.

Nach der Entdeckung der Leiche habe sich noch Wochen danach in der deutschen Medienlandschaft eine relativ unkritische Berichterstattung entwickelt. Nur die vermutlich ganz privaten Ursachen ihres Freitodes bewahrten sie und die Justiz davor, sie zur Märtyrerin im Kampf gegen das Verbrechen werden zu lassen, schließt Helmkes seine Rückschlüsse. Dies habe jedoch nicht verhindert, dass nunmehr krude und bizarre Verschwörungstheorien über das Internet verbreitet worden seien, die den Tod der Juristin mit Machenschaften der Staatsanwaltschaft, der neidischen Richterkollegen und der Polizei in Verbindung zu bringen. Dass der Tod der Richterin zumindest als Folge „linken Gesinnungsterrors“ gesehen werden müsse, ist allerdings nur die einhellige Meinung auf rechtslastigen Webseits“. Die Fachzeitschrift: „Betrifft JUSTIZ“ ist in jedem Zeitungsverlag erhältlich.

Kirsten Heisig hat für die Gerechtigkeit gekämpft und hat mit dem Leben bezahlt. Sie hat sich kritisch in vielen Medien in Bezug auf den Jugendstrafvollzug geäußert. Gleichzeitig habe sie aber auch kritische Kommentare von Kollegen auf lokaler und nationaler Ebene provoziert, scheibt Autorenkollege Dr. Dirk Helmken über sie. So habe es nicht ausbleiben können, dass sie von ihren Gegnern als „weiblicher Tilo Sarrazin“ und „Islam-Hysterikerin“ bezeichnet wurde. Allerdings sei sie aber auch zum Liebling und zur Kronzeugin fremdenfeindlicher Medien aufgestiegen. Angeblich sei sie deshalb im Kollegenkreis zunehmend isoliert worden, was sie selbst wahrgenommen und beklagt habe. Sie führte zum Schluss ein einsames Leben, ein Ergebnis, wenn man nicht mit dem Strom schwimmt! (red.)

 

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