19 | 11 | 2019

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Reichsprogomnacht jährt sich am 9. November zum 75. Mal

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30 000 Menschen wurden verhaftet und verschleppt

Seit dem Mittelalter wurden in vielen europäischen Ländern immer wieder Juden verfolgt. Sie wurden beraubt, vertrieben, oft auch ermordet. Solche gewalttätigen Verfolgungen, die sich gegen Minderheiten in einem Staat richten, bezeichnet man als "Pogrome". Das Wort kommt aus dem Russischen und bedeutet „Verwüstung“, „Unwetter“. Die Gewalttaten gegen Juden wurden meist von staatlichen oder kirchlichen Stellen unterstützt. Als Grund für die Pogrome dienten bis weit ins 20. Jahrhundert falsche Anschuldigungen. Man machte die Juden zu Sündenböcken für vieles, was im Staat falsch lief. Weil die Juden immer in der Minderheit waren, waren sie den Gewalttätern ausgeliefert. Die sogenannte Reichspogromnacht fand in Deutschland in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 statt. In dieser Nacht begannen im nationalsozialistischen Deutschland direkte und gezielte Gewaltaktionen gegen die jüdische Bevölkerung.

Sie waren der Anfang der systematischen Vernichtung der Juden, der Beginn des Holocaust. In dieser Reichspogromnacht wurden jüdische Geschäfte geplündert und zerstört, Synagogen wurden niedergebrannt. Die Polizei griff nicht ein, nur wenige Menschen trauten sich, ihren jüdischen Mitbürgern zu helfen. In dieser Nacht starben nach offiziellen Angaben 91 Juden, heute weiß man, dass es mehr als tausend waren. 30 000 Menschen wurden verhaftet und verschleppt. (red.)

Quelle: Gerd Schneider/Christiane Toyka-Seid

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